Stimmen aus dem Globalen Süden

Mai 2020: Video eines Maskennähers im Senegal

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Herzlichen Dank an Herrn Diouf für die Bereitstellung des Videos!

Mai 2020: Corona-Krise und Schule in Senegal

Bericht und Video von Herrn Diouf, Deutschlehrer am Gymnaium Coumba Diack Gueye in Khombole(Senegal)


Nachdem das Coronavirus in vielen Ländern der Welt aufgetaucht war, kannte Senegal seinen ersten Corona-Fall am 02. März 2020.  Seitdem gab es immer mehr Infizierte. Deshalb hatte Macky Sall, der senegalesische Präsident, die Entscheidung getroffen, alle Schulen und Universitäten zu schließen.

Die Schüler, die Studenten und alle Lehrer sollten zu Hause bleiben. Die Regierung dachte trotzdem an Online-Unterricht (über soziale Netzwerke wie z.B. Whatsapp, Facebook usw.) Das Fernsehen nahm auch an diesem Projekt teil. Das Projekt heißt „Télé-école". Die Idee war, die Schüler sollen nichts verlernen. Leider gibt es ein Problem damit, denn viele Lernende und Studenten haben keinen (guten) Internetzugang.

Am 23. März 2020 hielt der Präsident eine zweite Rede. In seiner Rede hatte er gewisse Entscheidungen getroffen unter denen die Ausgangssperre im ganzen Land, die Schulen und Universitäten bleiben geschlossen usw. An diesem Tag gab es schon 479 Infektionsfälle und 6 Verstorbene.

In seiner dritten Rede am 11. Mai sprach er von Erleichterung der Maßnahmen. Das heißt, man kann jetzt von 5 Uhr bis 21 Uhr das Haus verlassen. Die Leute können auch, wenn sie wollen, in den Kirchen und Moscheen beten. Er empfahl sogar, die Schulen am 2. Juni wieder zu öffnen. Diese Wiederöffnung betrifft nur die Schüler, die eine Prüfung am Ende des Jahres machen müssen. Die anderen Lernenden sollen immer noch von zu Hause weiter lernen.

Ich finde auf jeden Fall die Wiederöffnung der Schulen sinnlos, denn bis heute gibt es 2812 Infektionsfälle und 32 Gestorbene.

Ich frage mich: Wie kann der Präsident die Schulen auf diesem Hintergrund wieder öffnen? Warum hatte er am 16. März sofort die Schulen geschlossen, obwohl es nur 27 Infektionsfälle gab?

Ich habe deshalb vier Schüler gefragt, was sie von der Wiedereröffnung der Schulen halten? Hier sind Antworten:


Djibril Sène, Abiturient: „Das Erziehungssystem ist in Gefahr. Nach zwei Monaten ohne Schule ist es nicht mehr möglich, die Prüfungen im August zu machen."


Arame Thioune, Abiturientin: „ Es ist schwer an diesem Tag wieder in die Schule zu gehen. Die Infektionsfälle steigen immer mehr. Wir sollten immer noch zu Hause bleiben."


Mame Diarra Dieng, Schülerin in der Premièreklasse: „ Die Krankheit ist immer noch da. Ich würde die Behörden darum bitten, die Wiederöffnung der Schulen zu verschieben."


Fatou Kiné Guéye, Abiturientin: „ Ich finde, dass die Wiederöffnung sehr normal ist, denn wir müssen eine Prüfung machen. Man weiss nicht, wann die Krankheit verschwinden wird. Und wir haben schon viel Zeit verloren."


Obwohl der Erziehungsminister gewisse Maßnahmen für eine erfolgreiche Wiederöffnung getroffen hat, haben die meisten Leute Angst davor.


16. Mai 2020: 

Unmeel, Schüler (12 Jahre, 7. Klasse) in Mysore, Indien


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Übersetzung des Videotextes:

"Mein Name ist Unmeel. Ich lebe in Heggaddadevana Kote (Indien). Ich bin in der 7. Klasse an der Mahabodhi Schule in Mysore. Mein Vater heißt Umesh. Mit seiner Arbeit setzt er sich für eine Beendigung von Schuldknechtschaft und Kinderarbeit ein. Meine Mutter heißt Sumithra. Sie ist Hausfrau. Ich habe noch einen kleinen Bruder, sein Name ist Sunoj. Er ist bis vor kurzem in die Kinderkrippe gegangen.

Es ist gut, dass ich [durch den Corona-Lockdown] nun seit 55 Tagen (wieder) mit meiner Familie leben kann. Seit einem Jahr gehe ich nämlich in einem Internat zur Schule. In dieser Zeit habe ich meine Eltern sehr vermisst. Allerdings haben wir momentan – während des Lockdown – nicht genügend zu essen. Mein Vater verdient kein Geld in dieser Zeit. Nun habe ich verstanden, welchen Wert Essen hat.

In H. D. Kote haben alle Angst vor Covid-19. Viele Familien wurden auseinandergerissen. Doch vor allem: Dalits, Indigene, Latrinenreiniger*innen, Straßenkehrer, Tagelöhner*innen und andere Arbeiter*innen im informellen Sektor hungern und haben kein Geld für das Notwendigste. Gleichzeitig gibt es momentan keine Umweltverschmutzung und viele Leben wurden gerettet, da es keine Autounfälle gibt [Erläuterung: Der Autoverkehr wurde fast vollkommen eingeschränkt.]. Das finde ich gut. Viele Frauen sind froh, da aktuell auch der Alkoholverkauf verboten ist. 

Ich kann in dieser Zeit viel lernen. Ich habe mir einen Stundenplan gemacht, wann ich spiele, lese, tanze, bete, meditiere, fernsehe* usw. Und mein Vater hat mir einen Roman gegeben. Wenn mir langweilig wird, lese ich darin. Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich mit meiner Familie sein kann.

Ich wünsche den Menschen, die an Covid-19 oder dem Corona Virus erkrankt sind, dass sie geheilt werden. Und die Beziehungen zwischen den Ländern sollten wachsen. Ebenso sollte es zwischen den Menschen mehr Liebe, Freundlichkeit, Teilen und Füreinandersorgen geben. Zuletzt wünsche ich mir, dass das Kastendenken, Aberglaube, Ungerechtigkeit und Ungleichheit verschwinden und dass Menschlichkeit das ist, was bleibt.

Danke an jede*n und alle."

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(Freie Übersetzung, in Absprache mit Unmeel; *einige Aktivitäten wurden nachträglich schriftlich durch Unmeel ergänzt ;-))

Beitrag dankenswert erhalten über Tamara Enhuber, Fachpromotorin für global verantwortliches Wirtschaften, mehr Wert! e. V.